Archive for August, 2010

Ein Replikator für den Hausgebrauch

Posted in Aus-land der Erfinder on August 31st, 2010 by Brit – Be the first to comment

Aus flüssigem Plastik druckt er Brillen, Knöpfe und alles, was das Bastlerherz begehrt. Mit dem „Makerbot“ haben drei New Yorker den ersten 3D Drucker für den Hausgebrauch entwickelt – und wollen den Alltag revolutionieren.
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Bre Pattis, Zak Hoeken und Adam Mayer wollen das Shoppen überflüssig machen. In ihrer Vision wird sich die Menschheit in naher Zukunft ihre Luxus- oder Gebrauchtgegenstände einfach selbst ausdrucken. 3D-Drucker sollen es möglich machen. Bisher waren solche Maschinen tonnenschwer und kosteten ein Vermögen. Ihr bisheriger Platz waren Architekturbüros und Universitäten; ihre Einsatzgebiet: Modellbau und Forschung. Das soll sich mit dem Makerbot ändern.
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Gemeinsam haben die drei New Yorker Hacker die Firma „Makerbot Industries“ gegründet und den ersten bezahlbaren 3D-Drucker für den Hausgebrauch entwickelt. Ihre Makerbot genannte Maschine kostet 750 Dollar und wird als Bastelset geliefert. Ist der Drucker zusammengelötet und geschraubt, muss er nur noch an einen Computer angeschlossen werden. Makerbot-Besitzer können sich über das Internet digitale Konstuktionsvorlagen für Badewannenstöpsel, Schlüsselanhänger oder die Freiheitsstatue herunterladen. Eine halbe Stunde später hat der 3D-Drucker beispielsweise ein Schnappsglas aus aus flüssigem Kunststoff geformt.
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Auch in der Online-Community hat der Makerbot einen Platz und könnte zun neuen Lieblingsspielzeug werden. Da die Entwicklung des Makerbots ein reines „Open Source“ Projekt ist, kann jeder die Maschine weiterentwickeln. Wer eine neue Druckvorlage entworfen hat, läd sie ins Internet. Von dort können sie dann auch andere User auf ihre Festplatte laden.
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Vor zwanzig Jahren war es noch Gegenstand von Science-Fiction Filmen: eine universelle Produktionsmaschine, mit der jeder beliebige Dinge herstellen kann. Replikator hieß das Modell aus den Star-Trek Filmen. Es stand in der Bordlounge und materialisierte auf Kommando eine Tasse Tee oder die gewünschte Handfeuerwaffe. Bis der Makerbot das auch kann, werden wohl noch weitere Jahre vergehen. Doch schon heute druckt der Makerbot-Besitzer einen Dübel – damit ist zwar noch nicht Shoppingtour überflüssig – zumindest aber den Gang zum Baumarkt.

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Herbstgeflüster

Posted in Aktuelle Erfindungen on August 30th, 2010 by Brit – Be the first to comment

Der Sommer ist noch nicht vorbei! Die ersten herbstlichen Einflüsse jedoch nicht zu übersehen, glücklich wer sich schon gedanklich in nicht allzuweiter Ferne gemütlich am eigenen Kamin oder Ofen sieht. Diese altbewährten Heizquellen werden wieder populärer, angesichts der steigenden Energiekosten bezüglich Öl, Gas oder Strom.
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Um diese richtig zu reinigen reicht nicht immer der Schornsteinfeger aus. Die Verbrennung von Holz und (Stein)kohle setzen Ruß und Teer frei, die sich auf die Kaminrohre absetzen. Dadurch entsteht eine resistente Kruste, Kesselstein genannt, durch die mehrere Probleme entstehen können. Erstens, eine zunehmende Verstopfung der Rohre und ein abnehmender Wirkungsgrad ihres Schornsteins, Einbaukamins oder Ofens.
Zweitens, wenn die Wartung ausbleibt, Feuergefahr wegen der Brennbarkeit von Teer und des Ruß, welche zu Kaminbränden führen kann. Dagegen hilft das Kaminreinigungsscheit, dieses lößt den Glanzruß in den Feuerstätten, lößt die Teerablagerungen und verbessert die Wärmeaufnahme. Gut zu wissen, da kann der Winter kommen, ohne unliebsame Überraschungen.
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Die Cola, die aus der Kälte kam

Posted in Aus-land der Erfinder on August 27th, 2010 by Brit – Be the first to comment

Kofola – einst von den Kommunisten als Konkurrenz zu den West-Colas geschaffen – tritt den Siegeszug an. Der ehemalige Ostblock ist bereits erobert.
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Kofola entstand beim tschechoslowakischen Pharmaunternehmen Galena in den frühen 1960ern. Die Firma forschte damals nach einem Verwendungszweck für den Überschuss an Koffein, der bei der Kaffeeröstung entstand. Das Forschungsergebnis war Kofo, ein dunkler, süß-säuerlich schmeckender Sirup, der zum Hauptbestandteil des 1962 erstmals verkauften neuen Softdrinks Kofola werden sollte.
Die beste Zeit hatte die tschechoslowakische Cola-Kopie Kofola in den 70er-Jahren unter der kommunistischen Regierung.

Damals war der Konsum praktisch staatlich verordnet. In den 90er-Jahren ist es dann zu einem regelrechten Einbruch des Geschäfts ge­kommen, Coke und Pepsi eroberten erstmal den Osten.
Inzwischen – rund 50 Jahre nach seiner ­Erfindung – ist Kofola aber wieder so beliebt wie zu den besten Zeiten.
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In Tschechien und in der Slowakei verfügt die süsse Brause gar über einen höheren Marktanteil als die internationale Konkurrenz. Polen und Russland hat das einstige Kommunisten-Getränk bereits erobert. Deutschland steht nun an. Im Vergleich mit Pepsi oder Coca-Cola enthält Kofola 30% weniger Zucker, 50% weniger Koffein und keine Phosphorsäure.

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Weiter gehts mit dem Erfinderladen

Posted in Aktuelle Erfindungen, Allgemeines on August 22nd, 2010 by land-der-erfinder.de – Be the first to comment

Nachdem ich letzte Woche schon über ein paar sehr gute Medienberichte für unseren Erfinderladen berichten durfte geht es jetzt weiter.
Die BZ hat einen schönen großen Artikel über den Laden gebracht in dem mein Studium kurzerhand von Jura auf Informatik (weiß nicht mal genau was man dort lernt) geändert wurde, aber dafür haben wir ein paar schöne Bilder unserer Erfindungen präsentieren dürfen. – in der Printversion
Und am nächsten Tag war mein Kollege Jordan im Frühstücksradio auf Radio Paradiso zu hören.
Danke an die freundliche Journalisten!
Nach einer krankheitsbedingten Knappheit haben wir jetzt wieder hilfsbereite Mitarbeiterinnen genug um alle Kunden, Interessierten und Neugierigen willkommen zu heißen.

Unser neuester Zugang: Wickelkommode mit hochziehbaren Seitenteilen

Unser neuester Zugang: Wickelkommode mit hochziehbaren Seitenteilen

Geöffnet von 11 – 20 Uhr, Samstags von 12 – 18 Uhr.
Wer selbst seine Erfindung im Laden verkaufen will sendet einfach eine Email an office @ erfinderladen-berlin.de (ohne Leerzeichen)

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Zitiq – die Tasche, die ihre Farbe ändert

Posted in Allgemeines on August 17th, 2010 by Brit – Be the first to comment

Das Outfit wechselt man täglich, die Stimmung, im Minuten- oder Stundentakt. Und die Tasche: ein und dasselbe Modell tagein, tagaus.
Nicht so mit der ZITIQ-Tasche. Sie passt sich wie ein Chamäleon den Stimmungen und Anlässen an: mit einer einzigen Handbewegung kann die Farbe der Tasche geändert werden. Einfach drehen und das Accessoire erscheint im neuen Licht. Die praktische, geräumige Tasche lässt sich leicht auf vier Seiten durch einen Reissverschluss öffnen. So einfach war es noch nie seinen Look zu ändern.

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In aller Munde

Posted in Allgemeines on August 13th, 2010 by land-der-erfinder.de – Be the first to comment

Freitag der 13.
Für den Erfinderladen offenbar ein Glückstag. Nach einem kleinen Artikel im aktuellen Tip hat sich jetzt die Presse auf uns „eingeschossen“ und berichtet über den Laden.

Berliner Zeitung – online und auch offline heute.

Auf MotorFM könnt ihr meinen Kollegen Herr Jordan im Interview hören. Heute 9:45 und Nachmittag 16:45 – und auch Online

Und der heutige Blogbeitrag von Richard Hebstreit erzählt ebenso über uns.

Wer sich selbst ein Bild über den Laden gemacht hat und auf Qype ein paar Zeilen dazu schreiben will, kann das hier machen.

Jordan im 2. Raum des Erfinderladens der dämnächst für Überraschung sorgen soll

Jordan im 2. Raum des Erfinderladens der dämnächst für Überraschung sorgen soll

Vielen Dank an alle Journalisten die bereits über uns geschrieben haben und herzlich willkommen in der Lychenerstraße 8 an alle die es noch gerne tun möchten.

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Jim Knopf wird 50!

Posted in Allgemeines on August 9th, 2010 by Brit – Be the first to comment

Michael Ende (1929 – 1995), Erfinder von Jim Knopf und Lummerland, aber auch von Momo und der unendlichen Geschichte, schrieb fantasievolle Abenteuerromane Kinder. Gleichwohl sind die zeitlosen Geschichten von Michael Ende aufgrund ihrer unterschwelligen aber hoffnungsvollen gesellschaftskritischen Haltung auch für Erwachsene sehr gut zu lesen. Der schüchterne und oftmals unverstandene Michael Ende war ein scharfer Beobachter der deutschen Nachkriegsära.

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Jim Knopf avancierte zu einem der bedeutendsten literarischen Gestalten des 20. Jahrhunderts. Obwohl Michael Ende zunächst keinen Abnehmer für sein 500 Seiten umspannendes Manuskript fand. 1960 schliesslich nahm der Stuttgarter Thienemann Verlag Jim Knopf an sich und unterteilte das Gesamtwerk in zwei Bände. Zuerst erschien „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Im darauf folgenden Jahr erschien „Jim Knopf und die Wilde 13“.
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Die seit 1948 bestehende Augsburger Puppenkiste nahm die Abenteuer von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer 1962 in sein Programm auf. Die Strippenzieher verhalfen den „Untertanen“ und ihrem König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte zu weltweiten Ruhm. Seit den 1970er Jahren ist Jim Knopf auch in Farbe im Fernsehen zu sehen. Heute ist Jim Knopf in vielen Theatern und Musicals zu sehen.

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Michael Ende ging auch den Fragen der menschlichen Natur nach, ihrem Wesen und der entarteten Evolutionsbiologie der Nationalsozialisten. Doch blieb er stets ein unverbesserlicher Optimist. Julia Voss, Autorin des Buches „Darwins Jim Knopf“, schreibt über Michael Ende, dass in seinen Welten nichts unumstösslich sei, alles könne sich verwandeln. Selbst aus einem bösen Drachen könne ein goldener Drachen der Weisheit werden.

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Wanzen Ahoi!

Posted in Aktuelle Erfindungen, Allgemeines on August 6th, 2010 by Tina – Be the first to comment

Zur Zeit geht es in den Medien nicht nur um heftige Regenfälle und Waldbrände, sondern auch um eine Meldung der etwas selteneren Art. Ungeziefer in diversen New Yorker Modeläden – die Bettwanzen sind da. Die Kammerjäger freuen sich- ihr Umsatz verdoppelte sich… Die Wanzen tauchen nicht nur in Handelsgeschäften auf, sondern inzwischen auch in Privathaushalten und öffentlichen Gebäuden wie Hotels, Kinos und anderen Geschäften. Da Letztere für längere Zeit geschlossen werden müssen, kann dies negative Umsatzauswirkungen haben. Die Bettwanzen sind meist nur mehrere Millimeter groß und haben sich wohl zahlreich über New York hergemacht. Wenigstens gibt es dazu eine ziemlich gute Nachricht: Antibettwanzenlaken!
repellentDas Berliner Unternehmen 7flies bietet mit dem Insekten-Schutzlaken hochwertigen Schutz vor Insekten und Zecken. Dieses gehört zu den neuen Techniken der Abwehrmittel, auch Repellents genannt und bietet Schutz vor Bettwanzen, Zecken, Flöhen, Moskitos, Herbstmilben und anderen Arthropoden. Der Vorteil am Laken ist sein Leichtgewicht und der Wirkstoff, der nur auf das Notwendige beschränkt ist. Dieser Wirkstoff, der Arthropoden (Gliederfüßler) abwehrt, wird bei dem Gewebe des Bettwanzen-frei™-Lakens gleich während der Produktion dank einer neuen Technik als Co-Polymer in der Faser verankert. Der Wirkstoff wird so gleichmäßig über die gesamte Fläche verteilt. Die Wirkung soll somit dauerhaft erhalten bleiben. Dank der Wirkstoffverankerung mit dem Material wird auch die Umwelt geschont. Das Verfahren ist patentgeschützt und eine Innovation auf dem internationalen Markt. Das geruchslose Abwehrmittel Permethrin ist chemisch mit dem Naturstoff Pyrethrum verwandt, einem der unzähligen Stoffe, mit denen Pflanzen ihre Blüten vor den gefräßigen Insekten schützen. Permethrin ist ein „Nachbau“ aus der Kräuterapotheke, also einer von zahlreichen Pyrethroiden, deren Wirkung derjenigen des Naturstoffs ähnelt. Alle sehr stark abschreckenden Pyrethroide wirken über die Nerven. Gerade für Bettwanzen, Zecken, Flöhe, Moskitos, Herbstmilben und andere Arthropoden ist Permethrin topisch, d.h. bei Aufnahme über die Körperoberfläche, mehr als 4000 Mal giftiger als für fast alle Säugetiere bei denen die Aufnahme durch den Mund erfolgt.

Seit Jahrzehnten hat sich das Abwehrmittel auf Oberbekleidung aufgebracht bewährt. WHO und NATO empfehlen Permethrin sogar als Abwehrmittel für den Gesundheitsschutz in Krisengebieten. Nun ist es endlich auch für den Privatgebrauch im Handel erhältlich. Das weiße Laken (160 x 220 cm) wiegt etwa 500g und besteht zu jeweils zu 50% aus Baumwolle und Polyester. Sonderanfertigungen sowie individuelle Produkte sind auf Anfrage möglich.
Mehr Informationen hier und ebenso zur Zeckenabwehr.
Auf der Webseite findet man auch nützliche Tipps, auf was man achten sollte, wenn man in ein Hotelzimmer oder von einer Reise nach Hause kommt.

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Ornilux – das Vogelschutzglas

Posted in Aktuelle Erfindungen, Allgemeines on August 5th, 2010 by Tina – Be the first to comment

Ornilux

Jeder kennt sie, die Greifvogelsilhouetten an Bushaltestellen oder großflächigen Fensterfronten. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme sterben dennoch täglich europaweit 250.000 Vögel, weil sie gegen eine Glasscheibe prallen. Dieser Herausforderung hat sich der baden-württembergische Glasveredler Arnold Glas gestellt und das Vogelschutzglas ORNILUX entwickelt. Es handelt sich um Isolierglas, das in allen Fenstern und Fassaden eingesetzt werden kann wie konventionelles Wärmedämm-Isolierglas. Auf den ersten Blick scheint die Wirkungsweise einfach: Das transparente Glas ist mit einer speziellen, unauffälligen Beschichtung versehen, die ultraviolettes Licht für Vögel sichtbar macht. Im Gegensatz zum Menschen sind Vögel in der Lage, ultraviolettes Licht zu sehen. Im Auftrag von Arnold Glas hatte das Max-Planck-Institut für Ornithologie an der Vogelwarte Radolfzell eine umfangreiche Untersuchung zur Erkennung von Glasscheiben durch Vögel durchgeführt. Die Vogelwarte ist Anlaufstelle für kranke, verunfallte und verwaiste Vögel. Beim Bau eines neuen Bürogebäudes der Vogelwarte wurde attraktive Architektur mit ökologischem Anspruch kombiniert. Dabei wurde unter anderem das ohne störende Bedruckung auskommende Vogelschutzglas Ornilux verwendet. Das neue Glas wurde aufgrund seiner UV-optischen Wirkung in den Versuchen von den Vögeln als Hindernis erkannt und kann somit helfen, den Vogelschlag an Gebäuden, Schallwänden oder Glasflächen im privaten Hausbau zu vermeiden. 1388_klDie schließlich wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung des Glases im Bereich des Vogelschutzes haben den Landesbund für Vogelschutz (LBV) und den Naturschutzbund Deutschland (NABU) schließlich zu einer Partnerschaft mit Arnold Glas bewogen. Denn Dr. Christina Stiersdorfer vom Landesbund für Vogelschutz erklärt, dass „alleine in Deutschland täglich hunderte Vögel den Tod an einer Glasfläche finden. Ganze Arten werden gefährdet. Wir waren schon lange auf der Suche nach einer Lösung seitens der Glasindustrie“. Auch in den USA ist das Produkt bereits gefragt und schützt unter anderem das Verwaltungsgebäude des New Yorker Zoos.

Bereits 2007 wurde Ornilux mit dem „Innovationspreis Industrie“ in der Kategorie Umwelttechnik ausgezeichnet – durch „einen besonders hohen Nutzen und eine hohe Funktionalität für mittelständische Unternehmen“. Und sogar von PeTA gab es den „Progress Award“ für „hervorragende, tierfreundliche Leistungen in Kultur und Wirtschaft“. Im März 2010 hat Ornilux zusätzlich den renommierten internationalen Designpreis, den „red dot: best of the best“ erhalten. Ausgezeichnet wurde das Vogelschutzglas Ornilux Mikado für höchste Designqualität. Die überarbeitete Serie ist durch ihr gezacktes Muster noch unauffälliger als die erste Ornilux-Generation. Glasarchitektur und Vogelschutz vereint!

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Rubik’s 360 und Perplexus

Posted in Aktuelle Erfindungen, Aus-land der Erfinder on August 4th, 2010 by Tina – Be the first to comment

Mitte der Woche – Laaaaangeweile? Sommerloch? Na dann am besten den Nachfolger des Rubik’s-Würfel ausprobieren: Den bunten Würfel aus den 80er Jahren kennen Sie sicherlich noch. 350 Millionen wurden davon verkauft. Inzwischen gibt es auch diverse neue Variationen:

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Die neue Erfindung des ungarischen Professors Ernö Rubik Rubik’s 360 wurde letztes Jahr auf der Nürnberger Spielemesse vorgestellt. Sie ist eigentlich gar keine Konkurenz zum eigentlichen bunten Würfel, sondern nur eine Ergänzung, erklärt David Hedley Jones, Vize-Chef der Firma Seven Towns, die für Produktion und Vertrieb außerhalb Ungarns zuständig ist.
Wie funktioniert das Ganze? Mittels Drehen von drei ineinander gesteckten Plexiglaskugeln, sollen sechs farbige kleine Kugeln in die für sie vorgesehenen äußeren Halbkugeln manövriert werden. Doch die Schwerkraft macht es einem dabei nicht leicht. Das neue Spiel soll eine echte Herausforderung sein, die dem Original Zauberwürfel in nichts nachsteht. Es soll eine mindestens ebenso große Herausforderung wie der Würfel selbst sein. Für den zweifachen britischen Rubik’s Würfel-Meister Dan Harris ist die Knobel-Kugel eine Herausforderung: Beim ersten Versuch soll er erst nach zwei Tagen auf die Lösung gekommen sein.
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Für alle die eine weitere Herausforderung suchen, gibt es noch eine andere Erfindung: den Perplexus – erfunden und entwickelt von Michael McGinnis. In den Neunzigern waren Kugellabyrinthe beliebte Holzspielzeuge, bei denen es galt, eine Kugel durch ein mit Löchern gespicktes Labyrinth zu navigieren. Inzwischen gibt es sie auch als Application für’s Handy. Wenn man das Ganze jetzt in die dritte Dimension verlagert, wird aus dem recht simplen ein überaus kompliziertes Geschicklichkeitsspiel. Das Perplexus-Spiel selbst ist ein in einer durchsichtiges Plastikkugel untergebrachtes 3D-Labyrinth, in dem man eine Stahlkugel durch ein verschachteltes, aus 100 Einzelabschnitten bestehendes Labyrinth manövrieren muss. Bei einigen Schritten muss die Kugel beispielsweise in einen kleinen, an einem Hebel befestigten Behälter navigiert werden, der dann wiederum durch geschicktes Drehen des Puzzles in einer anderen Position die Kugel an den nächsten Abschnitt weitergibt. Der Erfinder tüftelte bereits in den späten 70er Jahren an den ersten Konzepten für ein in alle Richtungen drehbares Puzzle, für dessen Lösung man nicht nur ruhige Hände, sondern auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen braucht. Die ersten Designstudien wurden dann im Jahr 2000 angefertigt. Durch die Zusammenarbeit mit KID und Hasbro ging 2002 das erste Puzzle in den Verkauf.
Ein paar Jahre später, 2008, wurde McGinnan angesprochen, ob er nicht Lust hätte, ein noch größeres 3D-Puzzle für eine Ausstellung zu konzipieren – den Superplexus.
Nach über 400 Arbeitsstunden Herstellung entstand so eine 90 cm großen Sphäre aus Acrylglas, die auf Edelstahlstangen montiert ist. In ihr befindet sich ein sehr komplexes Labyrinth, gespickt mit Fallen und voller Tücken: mehrere Spiralen, Treppen, Ebenenwechsel. Unter der Vorrausstezung keine Fehler zu machen, braucht man mindestens 425 Drehungen der Sphäre, um die 1,5 cm große Holzkugel durch das Labyrinth zu navigieren. Doch die Größe hat auch seinen Preis: jeder Superplexus wird auf Anfrage über Hammacher Schlemmer handgefertigt und kostet etwa 22.000 €.

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Die nachgeahmte Version gibt es im Handel unter dem Namen „addict-a-ball„. Und wem jetzt Mitte der Woche wirklich wirklich langweilig sein sollte, weitere spannende Knobelspiele gibt es hier.

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