Fünf Erfindungen aus der Hauptstadt und der Mark

Deutschland hat im Laufe der Jahre viele Tüftler hervorgebracht. Erfindungen wie Telefon, Zahnpasta, Automobil und Glühbirne sind im 21. Jahrhundert nicht mehr wegzudenken. Und auch der erste Computer wurde vor nunmehr 70 Jahren von einem Deutschen entwickelt: die Z3. Wir wollen heute fünf Erfindungen vorstellen die sowohl in der Hauptstadt als auch in der Mark Brandenburg ihren Ursprung haben.

Foto: Landesbildstelle, Berlin

Foto: Landesbildstelle, Berlin

Die Litfaßsäule
Der Verleger und Druckereibesitzer Ernst Litfaß liebte die preußische Ordnung und überzeugte den Polizeipräsidenten Karl Ludwig Friedrich von seinen Litfaßsäulen. Sie sollten dem unkontrollierten Plakatieren entgegenwirken. In der Nacht vom 1. Juli 1855 verschwanden alle Bekanntmachungen und Werbungen von Häusern, Zäunen und Bäumen. Am Morgen klebten alle relevanten Informationen fein säuberlich an 100 Litfaßsäulen und 50 Pumpenumhüllungen.
Der Verleger wurde kurzerhand zum „Säulenheiligen“ ernannt. Heute gibt es über 50.000 Litfaßsäulen in Deutschland.

Quelle: bayimg.com

Quelle: bayimg.com

Das Fax-Gerät
Der Eggmühler Diplomingenieur Rudolf Hell war seit seiner Kindheit von den Kommunikationsmitteln der Moderne begeistert. Er wollte nur eins: Den Fortschritt weiter vorantreiben. Babelsberg schien Hell als idealer Standort für eine Firmengründung, da im benachbarten Berlin die meisten Behörden, Forschungsgremien und Unternehmen der Branche angesiedelt waren. Schon kurz nach Firmengründung stellte der Ingenieur schließlich seinen Hell-Schreiber vor: ein Fax-Gerät. Die Idee war nicht neu, aber erst der Hell-Schreiber war so robust, schnell und verlässlich, dass er rundum alltagstauglich war. Denn wenn Sender und Empfänger nicht synchron liefen, wurde die Nachricht zwar schief, aber trotzdem lesbar übermittelt. 1931 gingen die Hell-Schreiber bei Siemens in Massenproduktion.

Quelle: hartl-verpackung.de

Quelle: hartl-verpackung.de

Der Pappteller
Mitte des 19. Jahrhundert war Papier ein teures Gut und wurde vorzugsweise mehrfach verwendet. Deshalb wurde Papier, insbesondere Buchseiten, Zeitungen etc., auf Märkten verwendet, um Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und andere darin einzuwickeln. Nachdem aufgedeckt wurde, dass die Druckerschwärze der Gesundheit schadet, fing der Luckenwalder Hermann Henschel zu experimentieren an.
Er experimentierte in seiner Werkstatt so lange mit Kartonmaterialien herum, bis schließlich 1867 der weltweit erste gepresste Pappteller entstand. Auch heute essen wir unsere Currywurst vom gleichen schneeweißen, gewellten Teller wie einst. Der 23-Jährige Henschel gründete schließlich eine Papierwarenfabrik, und sein Pappteller ging in Serie. Henschels Firma besteht als Luckenwalder Tüten- und Papptellerfabrik GmbH noch bis heute.

Quelle: giffits.de

Quelle: giffits.de

Das nahtlose Kondom
Schon die alten Ägypter verwendeten Verhütungsmittel die einem Kondom ähnelten. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Materialine als Kondom verwendet – Tierdärme, Fischblasen, Leinenhüllen, Ölpapier etc.
Charles Goodyear erfand 1839 das erste Gummi-Kondom. Es war zwei Millimeter dick und trug eine dicke Längsnaht, die nicht nur den jüdischen Berliner Julius Fromm störte. Im Jahre 1914 betrieb Fromm ein Werkstattgeschäft für Parfümerie- und Gummiwaren in einem Hinterhof im Prenzlauer Berg. Dort gelang es ihm mit einem in Gummilösung getauchten Glaskolben, das erste nahtlose Kondom herzustellen. Im Jahr 1916 kam es auf den Markt. Bis heute werden Kondome unter dem Markenamen „Fromm“ produziert.

Ohropax
Grund für die Erfindung der Ohropax war die Industrialisierung und der durch die Maschinen verursachte Lärm. Zum Schutz der Ohren haben sich die Arbeiter Gegenstände wie Holz, Metall oder Hartgummi in den Gehörgang gestopft, um sich vor dem Industrielärm zu schützen. Die harten Gegenstände waren nur unwesentlich angenehmer als der Lärm.

Maximilian Negwer aus Schlesien betrieb Anfang des 20. Jahrhunderts eine Fabrik in Berlin. Inspiriert von Homers Odysseus, der die Ohren seiner Männer mit Wachs verstopfen ließ, um sie vor dem verlockenden Sirenengesang zu schützen, kam er schließlich auf die Idee, einen neuen, angenehmeren Lärmstopp zu entwickeln. Aus einer Mischung aus Wachs, Vaseline und Baumwollwatte presste er kleine Kügelchen, die bequem zu tragen waren und sich ohne Rückstände wieder entfernen ließen. Negwer nannte sie Ohropax. Eine Wortschöpfung aus „Ohr“ und dem lateinischen Wort „Pax“ für Frieden. Ironischerweise machte der „Ohrenfrieden“ aber erst durch den 1. Weltkrieg richtig Karriere.

Quelle: klangschreiber.de

Quelle: klangschreiber.de

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