Wandern mit dem Hiking-Buddy

Wandern ist eine der populärsten Sportarten im deutschsprachigen Raum. Etwa 25% der Bevölkerung hält sich am liebsten durch Wandern und Laufen fit; damit ist diese Fortbewegungsart im wahrsten Sinne des Wortes zur Massen-Bewegung geworden.

Ob jung oder alt, Millionen Hobbysportler machen regelmäßig Ausflüge in die Berge oder ins Grüne. Das allgemein steigende Gesundheitsbewusstseins ist sicher mit ein Grund dafür. Auf jeden Fall aber sind Wandern und Laufen beliebte und erprobte Methoden, dem Alltagsstress zu entfliehen und wieder in Balance zu kommen.

Bedauerlicherweise wird der Körper bei diesen Sportarten eher einseitig und nicht ganzheitlich beansprucht. Dieses Problem hat der Erfinder Herr Prenner aus Wien erkannt und nun mit seiner Erfindung, dem Hiking-Buddy, eine passende Lösung gefunden. In einem Interview hat er uns erzählt, wie er auf die Idee zum neuartigen Sportgerät gekommen ist.

Herr Prenner mit dem Hiking-Buddy

Herr Prenner mit dem Hiking-Buddy

Was genau ist der Hiking- Buddy?

Der Hiking-Buddy ist ein Sportgerät für Wanderer, Walker und alle Menschen, die gerne in der Natur unterwegs sind. Mit ihm ist es möglich, die Muskulatur der Arme und des Oberkörpers auf besonders effektive und natürliche Art und Weise für die Fortbewegung zu nutzen. Der Hiking-Buddy überträgt dabei die Kraft der Arme über ein, etwa am Rucksack befestigtes Seilzugsystem direkt auf die Beine und unterstützt somit Beschleunigungs-, aber auch Abbremsbewegungen. Zusätzliche Kräfte bedeuten je nach Einsatz und Dosierung aber nichts anderes, als schnelleres, ausdauernderes oder schonenderes Gehen. Einerseits wird so ein Spaziergang zum Ganzkörpertraining, da die Arm-, Schulter- und Brustmuskulatur zusätzlich zu den Beinen aktiv in den Bewegungsprozess eingebunden wird, andererseits können die bei Abstiegen oft schmerzhaft überbeanspruchten Kniegelenke effektiv entlastet werden.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Als Humanbiologe, aber vor allem in meiner Zeit als Leistungssportler und Trainer, habe ich mich häufig mit der Optimierung von Bewegungsabläufen und Trainingsmethoden beschäftigt. Leider sind die finanziellen Mitteln der meisten Sportverbände gelinde gesagt bescheiden. Man muss daher oft erfinderisch sein, um seine Athleten erfolgreich betreuen zu können – zum Beispiel durch den Einsatz selbstkonstruierter, neuartiger Trainingsgeräte. Die Idee zum Hiking-Buddy ist mir bei einem Spaziergang durch Wien gekommen: Vielleicht durch die vielen Fiaker-Gespanne (typische Wiener Pferde-Kutschen) inspiriert, habe ich scherzhaft darüber nachgedacht, wie schnell ein Mensch wohl auf „allen Vieren“ laufen könnte. Daraus hat sich dann aber die Frage abgeleitet, wie man die Kraft der Arm- und Oberkörpermuskulatur sinnvoll für die Fortbewegung einsetzen könnte. Ein Gedanke führte zum anderen und im nächsten Moment begann ich schon mit dem Bau eines ersten Prototyps.

Wie lange hat es gedauert von der Idee bis hin zum fertigen Prototyp?

Die erste, bereits einsatzfähige Konstruktion, konnte ich noch am selben Tag, oder besser gesagt in der ersten Nacht des Tages, an dem mir die Idee kam, aus einem alten Rucksack, Schnüren, etwas Karton, Knieschoner und zwei Tennisbällen als Griffe zusammenbauen. Ermutigt durch die Funktionstüchtigkeit des Prinzips, habe ich mich in den folgenden drei Wochen mit der Ausreifung der Details beschäftigt. Der Prototyp des Hiking-Buddys in seiner jetzigen Form besteht ausschließlich aus Materialien, die in einem gut sortierten Baumarkt erhältlich sind.

Wie sind die ersten Reaktionen auf die Erfindung?

Zunächst habe ich Freunde und Kollegen aus dem Leichtathletik-Bereich gebeten, die Konstruktion zu testen. Die ausnahmslos positiven Rückmeldungen dieser Experten waren für mich dann auch der ausschlaggebende Grund, mit dem Hiking-Buddy an die Öffentlichkeit zu gehen. Meine Eltern, Verwandte, Freunde, Bekannte oder auch zufällige Passanten, waren in weiterer Folge willkommene Versuchspersonen. Jeder, ob alt oder jung, sportlich oder eher von der gemütlichen Sorte, war in der Lange, innerhalb von wenigen Schritten, die richtige Technik anzuwenden und konnte die unterstützenden Effekte wahrnehmen. Eine Physiotherapeutin hatte sogar gemeint, dass der Hiking-Buddy durchaus gute Dienste im Rehabilitationsbereich leisten könnte. Auffallend ist auch, dass sich praktisch bei jedem „Testlauf“ anregende Gespräche mit Personen entwickelt hatten, welche von selbst auf mich zukamen und sich über den Hiking-Buddy informieren wollten. Die aber vielleicht witzigste Reaktion, war jene eines etwa 5-jährigen Jungen, der, nachdem ich dessen Gruppe beim Wandern überholt hatte, zu seinem Vater meinte: „Der hat´s gut! Der muss gar nicht selber gehen!“ –Was zugegebener Maßen nicht ganz der Realität entspricht, mir aber gezeigt hat, dass das Prinzip des Hiking-Buddys – nämlich die Fortbewegung auf zwei Beinen effizienter zu gestalten – durchaus auf den ersten Blick einleuchtend sein muss.

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