Bad Kreuznacher Erfindung rettet die chilenischen Kumpels

Ähnlich dramatischwie die Bilder aus Chile es in diesen Tagen zeigen, ging es im Jahr 1955 auch auf der Zeche „Dahlbusch“ in Gelsenkirchen zu. Drei Bergleute saßen in 855 Metern Tiefe fest. Die Bergbau-Technik war noch nicht soweit, die Männer über einen breiten Borschacht zu befreien. Anderes Rettungsgerät existierte noch nicht. Die Retter waren ratlos und verzweifelt. Bis Eberhard Au eine ebenso schlichte wie brillante Idee hatte. Au hatte durch die Arbeit seines Onkels, der Bergwerksdirektor in Braunschweig war, und die großen Salinenanlagen seiner Heimatstast einen Zugang zum Thema Bergwerk. So studierte Eberhard Au an der Bergakademie Clausthal/Zellerfeld und arbeitete hier auch zwei Jahre unter Tage.
Er entwarf ein zweieinhalb Meter langes, zigarrenförmiges Konstrukt, das lediglich einen Durchmesser von rund 40 Zentimetern hatte und dadurch auch durch den Schacht einer schmalen Rettungsbohrung geführt werden konnte. Die Wände wurde aus lediglich vier Millimeter dünnem Stahlbech gefertigt. An das obere und untere Ende seines „Rettungstorpedos“ zeichnete Eberhard Au jeweils Halteösen, mit denen der Blechzylindern in die Tiefe gelassen und mittels eines Flaschenzuges wieder hervorgezogen werden konnte.
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Die Kumpel in der Tiefe mussten beim Einsteigen in die Dahlbusch-Bombe den Bauch einziehen und die Arme über den Kopf strecken.Eine kleine Unanehmlichkeit für die Rückkehr ins Leben aus einer fast hoffnungslosen Situation. Durch diese Rettung wurde die Dahlbuschbombe berühmt.
Der Erfinder der lebensrettenden Blech-Zigarre war ein bescheidener Mann. Weder legte er je wert darauf, dass die „Dahlbusch-Bombe“ mit Fug und Recht auch hätte seinen Namen tragen können, noch meldete er das Gerät je zum Patent an. Auch als acht Jahre nach der „Premiere“ auf Zeche „Dahlbusch“ beim „Wunder von Lengede“ im Jahr 1963 in Niedersachsen 14 Kumpel durch seine Erfindung dem sicheren Tod im Berg entrannen, war Eberhard Au beim damals größten Medienereignis dieser Zeit nur eine bescheidene Figur im Hintergrund.
Der Ein-Mann-Rettungszylinder für Bergleute wird bei Grubenunglücken in aller Welt seit 55 Jahren in fast unveränderter Form eingesetzt – auch heute in Chile wieder. Danke Herr Au!
Dahlbusch-Bombe

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