Stricken

Seit dem neuen Handarbeitsboom finden natürlich auch bei Strickgarnen ökologische und soziale Aspekte Beachtung. Milchproteinfasern gehören zu den neuesten Innovationen.
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Zur Gewinnung dieser Faser wird die Milch entwässert und abgeschöpft, die Milchproteine anschließend wie andere Kunst- und Funktionsfasern weiterverarbeitet. Ähnlich positive Eigenschaften hat Maisgarn: Es absorbiert Feuchtigkeit, ist atmungsaktiv und farbbeständig. Garne aus Bambus, einem besonders schnell nachwachsenden Rohstoff, sorgen bei warmen Temperaturen für angenehme Kühle und wärmen bei kühleren Temperaturen. Zudem bieten sie einen natürlichen UV-Schutz und sind vollständig biologisch abbaubar.
Auch Garne aus recyceltem Material gehören zu den neuesten Kreationen.
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Die Kleidung für die Recycling-Garne stammt aus unverkaufter oder gebrauchter Ware sowie aus Resten von Web- und Spinnfabriken. Sind Futter, Knöpfe und Reißverschlüsse entfernt, wird die Kleidung nach Farbe, Faser und Qualität sortiert. Bunte Fasern werden schwarz und marine eingefärbt. Anschließend wird das Gewebe sterilisiert, in Stücke geschnitten und kommt in eine Stoffverkleinerungsmaschine. Nach dem Kardieren (das Verdichten vereinzelter Fasern zu einem Flor während es Spinnens) kommen sie in den herkömmlichen Spinnprozess. Dann kann das Garn verstrickt werden.
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„Linea Pura“ heißt eine ökologische Garnlinie von Lana Grossa, die auf Herstellungskonzepten nach dem Fair Trade-Prinzip basiert. Die Baumwolle stammt aus Betrieben in Tansania bzw. Indien, die auf biologischen Landbau umgestellt haben. Um den modischen Ansprüchen der Kunden zu genügen, werden der ökologisch angebauten Baumwolle bei der Herstellung Mais, Soja oder Bambus beigemischt. Die Garne erhalten eine individuelle Struktur und einen seidig-weichen Griff. Zudem haben sie positive Trageeigenschaften: Sie sind temperaturausgleichend, atmungsaktiv und wirken sogar leicht antibakteriell. Weiterer Vorteil: Das Material ist farbbeständig, strapazierfähig und trocknet leicht.
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Bei den Stricknadeln setzen die Hersteller ebenfalls verstärkt auf natürliche Materialien wie Holz und Bambus. Aufgrund des geringen Gewichts schonen sie beim Stricken die Gelenke und verursachen auch nicht mehr das typische Klappergeräusch. Schade.
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Greetje van Tiem, Absolventin der „Design Akademie Eindhoven – Abteilung Mensch und Freizeit“, präsentierte 2007 ihre Abschlussarbeit „indruk“, das alte Zeitungen in Garn umwandelt, woraus wiederum Teppiche, Vorhänge und Polster gewebt werden können. Ein prächtiges Beispiel für sinnvolles Recycling von Tageszeitungen. Über die Langlebigkeit, Witterungsbeständigkeit und Pflege der Teppiche und Vorhänge habe ich leider keine näheren Infos…. .

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