Nagelstollen, Schraubstollen und die Mär vom „Wunder von Bern“

Die ersten „Fußballschuhe“ waren Arbeitsschuhe aus Leder, Bergmannschuhen sehr ähnlich. Ende des 19. Jahrhunderts waren Lederschuhe kostbar, zu mindest für den Normalverbraucher. Daher wurden sie solange repariert und verwendet wie nur irgendmöglich.
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Antirutschbalken und Stollen aus Leder wurden auf die Sohle genagelt. Alle genagelten Stollen haben aber einen entscheidenden Nachteil: Sie können ausbrechen, die Sohle beschädigen und so im Extremfall den ganzen Schuh ruinieren. Ersatzstollen mussten daher oft etwas versetzt auf die Sohle genagelt werden, da sie sonst nicht mehr fest genug hielten.
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Genagelte Stollen wurden daher in der Praxis so wenig wie möglich gewechselt, waren aber natürlich nicht immer optimal an die Witterung und die daraus resultierenden Platzverhältnisse angepasst. Daher wurden auch früh Ideen entwickelt, wie Stollen je nach Bedarf gewechselt werden können. Im WM-Jahr 1954, bei der ja bekanntlich Deutschland Fussballweltmeister wurde, kam ein Kaufmann namens Adi Dassler ins Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft und stellte einen revolutionären Fußballschuh vor. Die Firma Adidas, dessen Namensgeber Herr Dassler ist, entwickelte einen Schuh, der mit abschraubbaren Stollen ausgestattet wurde.
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Dassler ist jedoch nicht der Erfinder der abschraubbaren Stollen. Vielmehr gibt es seit den 20`ern des vorigen Jahrhunderts mehrere Erfinder und Entwicklungsstufen, hervorzuheben ist dabei der Schuhmachermeister Alexander Salot, der 1949 ein Patent für „Fußballstiefel o. dgl. mit auswechselbaren Gleitschutzstollen“ erhielt. Schon 1950 berichtet Der Spiegel unter der Überschrift „Mit Gewinde“ über die Neuigkeit, für die sich bald Werder, Schalke und der HSV interessieren. Doch plötzlich endet die Erfolgsstory. Werner Salot, der Sohn, erzählt von einem geheimnisvollen Treffen einiger Herren mit seinem Vater. Danach sei dieser in die Werkstatt gekommen und habe gesagt, die Stollenproduktion müsse sofort eingestellt werden. „Ich habe bis heute keine Erklärung dafür.“……..!

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