Das Juckpulver der Kleidung

Kauft man heutzutage Kleidung in einem Sekondhandshop, so gibt es eine Möglichkeit das Alter des Kleidungsstückes auch außerhalb vom Stil des Jahrzehnts zu bestimmen. Am ersten September 1970 gab es eine Umstellung in der Textilbranche, welche noch heute bis auf kleine Abänderungen besteht. Es wurde das Textilkennzeichnungsgesetz (TextilKennzG) erlassen, welches künftig die Verbraucher bei Kauf eines Kleidungsstückes auf einfache Art und Weise Informationen zu dem Produkt zukommen lassen sollten. Das Gesetz schreibt vor, dass Designer dazu verpflichtet sind, auf einem Kleiderlabel zu kennzeichnen, aus welchen Fasern die Textilien bestehen. Das Aufkommen von günstigen synthetischen Textilien veranlasste die Gesetzgeber zu diesem Schritt. Trägt ein Kleidungstück kein Etikett oder eines ohne diese Informationen, so ist es demnach vor 1970 entstanden.

Kleidungsettikette aus den 70ern
Kleidungsettikette aus den 70ern

Heute ist auf den kleinen Etiketten nicht nur die Textilzusammensetzung zu erkennen, außerdem wird Auskunft darüber gegeben, wo das Produkt hergestellt wurde und wie man es pflegen kann. Diese Angaben werden jedoch nicht verbindlich von den Herstellern verlangt, sondern geschieht auf freiwilliger Basis.


41 Jahre nach diesem Gesetz wurde eine europaweite Textilkennzeichnungsverordnung erlassen, die das bestehende Gesetz ablöst. Im Grunde beinhaltet diese nichts anderes als die bereits bestehenden Formalien, nun ist dies jedoch Europaweit einheitlich geregelt, was den Handel in der EU erleichtern soll.

Auch wenn diese Vorsichtsmaßnamen den Verbraucher schützen soll, bringt sie und die mit Ihr verbundenen Kleidungslabels einige Nachteile mit sich. Die kleinen Schildchen sind leider nicht sehr hautfreundlich und bestehen oft aus einem sehr günstigen synthetischen Stoff, der auf der Haut juckt. In einigen Fällen soll es sogar zu allergischen Reaktionen gekommen sein. Zudem kommt es nicht selten vor, dass die Labels nicht immer da bleiben wo sie hingehören, sondern aus den Kleidungsstücken herauslugen. Schon manch eine Frau hat so Ihre Kleidergröße verraten, obwohl das vielleicht gar nicht ihr Absicht war. Manche schneiden die Schildchen heraus, ein juckender Rest bleibt leider bestehen und die Waschanleitung ist dann auch für immer verloren.

Glücklicherweise hat Frau Sistermanns sich mit diesen Nachteilen beschäftigt und eine Innovation ins Leben gerufen, die dem Kratzen und Jucken im Nacken oder an anderen Körperstellen ein Ende bereiten soll. Die Kleiderlabel werden in kleine Silikongelversiegelungen gepackt. Diese sind hautfreundlich und weich und können zudem mit gewaschen werden. Silikongel werden heute auch in Hautkliniken bei Verbrennungen eingesetzt und ist in vielen Nabensalben enthalten.

Das Label ist meist so mit dem Kleidungsstück ineinander vernäht, dass es unmöglich ist, es einfach mit der Schere abzuschneiden
ohne die Kleidung dabei zu beschädigen. Daher bleibt das Stück mit den Nähten noch an der Kleidung, was somit das Problem weiterhin bestehen lässt.
Im schlimmsten Fall können sich durch die Reibung an der Haut eine Allergie oder Ekzeme entwickeln.
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Was aber, wenn das Jucken und Kratzen in einem unpassenden Moment beginnt und es nicht mehr zu ertragen ist? So bleibt nur noch die Möglichkeit
es entweder weiter zu ertragen oder es einfach herauszureißen, was meist Löcher am Kleidungsstück verursacht und anschließend im Müll landet.
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Um das Problem endgültig zu beseitigen, wird das Label mit einem hauchdünnen, durchsichtigen Silikongel versehen, so dass das Label weich und anschmiegsam
an der der Haut anliegt. Es klebt, kratzt und juckt nicht und ist absolut hautverträglich.
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Die zweite Variante ist, Labels nur aus Silikongel herzustellen und Beschriftungen bzw. die Logos der Hersteller in das Silikongel einzustanzen
oder aufzudrucken Die Bilder, welche hier abgebildet sind, sollen nur zur besseren Vorstellung dienen.
In real ist das Silikonlabel natürlich nur hauchdünn und die Größe der Beschriftung ist, so wie auch zuvor, auf den Synthetiklabels.
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