„Sich einen Wolf schrauben“

Wolfgang Roth hatte es satt, erst Nebenteile abschrauben zu müssen um dann endlich die vorher unerreichbaren oder schlecht erreichbaren Schrauben zu erreichen. Der Chirurgiemechaniker-Meister aus Langd, ein ausgemachten Metall-Tüftler und begeisterter Motorradfahrer, mußte bei der Einstellung der Vergaseranlage seines Motorrads erst den Tank abschrauben, um dann anschließend die Justierschrauben drehen zu können. ein Akkuschrauber konnte ebenfalls nicht eingesetzt werden, da die Schrauben außerhalb der Reichweite waren.
Die Ideengeburt des Antriebüberträgers Schraubwolf.
Schraubwolf 6
Zunächst stellte Roth ein flaches langes Metallgehäuse her. Dann galt es die beidseitig drehenden Steckvorrichtungen für Bit miteinander zu verbinden. Roth ließ eine Rollenkette, ähnlich einer Fahrradkette, über zwei Zahnräder laufen, so dass sich die Drehung sicher von der Antriebsseite auf die Arbeitsseite übertragen kann. Nicht einfach: Es brauchte einige Fingerfertigkeit, um die Teile – in Handarbeit – selbst herzustellen und die richtigen Zahnräder zu finden, in welchen die Aufnahme für Bits oder etwa Steckschlüsseleinsätze einerseits und Antriebswerkzeuge wie Akkuschrauber oder Ratsche andererseits eingepasst werden konnten.
Schraubwolf 7
Beim M&T-Wettbewerb werden Verfahren, Technologien oder Werkzeuge, die die Praxis der Metallbearbeitung erleichtern oder die Sicherheit erhöhen, wurde der Schraubwolf ausgezeichnet.
Als ein Beispiel für die einzigartige Anwendung des Schraubwerkzeugs nennt Roth gern die innere Verschraubung eines Vierkantrohres. Mit keinem anderen Werkzeug sei dies möglich. Es folgten zahlreiche begeisterte Zuschriften und Anfragen. Dabei immer wieder: Wann und wo ist dieses Werkzeug zu kaufen?
Aktuell ruhen die Hoffungen von Wolfgang Roth unter anderem auf der Metall-Messe vom 16. bis 19. März 2011 in München. Da können Metallhandwerker die Sieger-Erfindungen erstmals anfassen und begutachten und persönlich Kontakt zu ihm aufnehmen.

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