Trachtenkleidung – immer gut angezogen

Denkt man an eine typische Tracht, dann haben die meisten die oberbayrische Tracht, das klassische Dirndl und die Lederhose im Kopf. Was viele nicht wissen ist, dass sich die Tracht in den letzten Jahrhunderten stark verändert hat.

Nicht nur zum Oktoberfest stehen Trachten hoch im Kurs. Ein Blick über die Wiesn verrät jedoch die aktuellen Trends um die altertümlichen Gewänder. Heute sind die Dirndl und auch die Trachtenhemden und Westen kunterbunt und reich verzieht. Das war nicht immer so.

Bei der Tracht handelt es sich ursprünglich um Alltagskleidung. Daher stammt der Begriff Tracht auch vom Wort „tragen“. Das Dirndl war anfangs die Arbeitskleidung der Mägde auf den Höfen. Ein bunt verziertes und besticktes Kleid wäre bei der täglichen Arbeit nur hinderlich gewesen und daher war das Kleid aus strapazierfähigen Baumwoll- und Leinenstoffen gemacht. Über diesem hat man das Dirndlkleid getragen, welches durch eine Schürze, die oft aus Bettwäsche bestand, abgerundet wurde.
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Auch die Lederhose ist ursprünglich ein Arbeitsgewand gewesen. Sie bestand schon im 18. Jahrhundert aus Hirsch- oder Gamsleder und ist damit sehr stark beanspruchbar, ohne schnell zu verschleißen. Kurze Zeit aus der Mode geraten, erlebt die Lederhose im 19. Jahrhundert ihre Renaissance. Der Lehrer Joseph Vogl aus Bayrischzell ist ein Verfechter der Tradition und protestiert gegen das Ableben der Ledermode. Er lässt sich und seinen Freunden Lederhosen anfertigen und gründet den ersten Trachtenverein. Es dauerte nicht lange und die Lederhose war auch in Adelskreisen wieder en vogue.

Der Trend hat in den letzten Jahrhunderten sowohl beim Dirndl als auch bei der Lederhose nicht dazu geführt, dass diese der ursprünglichen Funktion der Arbeitskleidung entsprechend praktische Erweiterungen erhalten. Es wird mehr auf Verzierungen und Stickereien gesetzt.
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Der Erfinder Herr Sammet hat nun eine kleine aber sehr praktische Erweiterung für die Lederhose erfunden, die dem heutigen Gebrauch entspricht. Er hat beobachtet, dass auf Veranstaltungen, wie etwa dem Oktoberfest, sehr lange Warteschlangen vor der Toilette entstehen. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass es sehr mühsam ist und lange dauert die Trachtenhose aufzuknöpfen. Eine praktischere Lösung musste her. Seine Lederhose lässt sich im Schritt durch Klettverschlüsse schnell öffnen und verschließen. Das traditionelle Design hat sich trotz praktischer Erweiterung nicht geändert.

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